Tageskliniken

Eine tagesklinische Behandlung ist sinnvoll, wenn eine ambulante Versorgung nicht ausreicht und eine vollstationäre Therapie (noch) nicht erforderlich erscheint bzw. mit unerwünschten Auswirkungen verbunden ist. Eine intensive teilstationäre Krisenintervention und Kurzzeittherapie ist ebenso möglich wie längerdauernde Behandlungen.

Die Tageskliniken bieten montags bis freitags eine teilstationäre Behandlung an und bilden damit eine Brücke zwischen stationärer und ambulanter Behandlung, sie können auch zur Verkürzung einer stationären Behandlung dienen. Die Patienten werden entweder direkt in der Tagesklinik aufgenommen oder aus einer stationären Behandlung verlegt.

Der tagesklinische Behandlungsrahmen ermöglicht es, soziale Bezüge und Kontakte auch während der Krankheitsphasen zu erhalten, die Krankheitsbewältigung im natürlichen Lebensumfeld zu trainieren und trotz der Erkrankung Alltagsnormalität zu erleben. Abgesehen von den Behandlungszeiten verbleiben tagesklinische Patienten in ihrem Lebensumfeld ‒ eine Trennung von Angehörigen, Kindern und Freunden ist nicht nötig.

Entscheidend für die Aufnahme sind die Behandlungsbedürftigkeit, das Einverständnis sowie die ausreichende Motivation und Absprachefähigkeit der Patienten. Voraussetzung für das Verbleiben in der eigenen Wohnung sind ausreichende Belastungsfähigkeit und das soziale Umfeld. Die Krankenkasse übernimmt ggf. die Kosten für häusliche Hilfen.

Ausschlusskriterien sind akute Fremd- und Selbstgefährdung, fehlende Absprachefähigkeit, primäre Suchterkrankungen oder eine akute psychotische Symptomatik.

Unsere Tageskliniken arbeiten intensiv mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten sowie psychosozialen Einrichtungen im Bereich des Wohnens, der Arbeit, der Freizeitgestaltung und der Beratung der Hansestadt und des Landkreises Lüneburg sowie des Landkreises Harburg zusammen. Für spezielle diagnostische Leistungen stehen das Krankenhaus Buchholz und die Psychiatrische Klinik Lüneburg zur Verfügung.

Die Kosten für die Behandlung in der Tagesklinik trägt die Krankenkasse. Zur Aufnahme wird eine Krankenhauseinweisung („Verordnung von Krankenhausbehandlung“) eines niedergelassenen Arztes benötigt.

Wer kann zu uns kommen?

Die Tageskliniken nehmen erwachsene Menschen mit allen Formen seelischer Erkrankungen oder Krisen auf, z. B.

  • Psychosen (z. B. schizophrene Erkrankungen)
  • Depressionen und andere affektive Erkrankungen (z. B. bipolare Störungen)
  • Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline-Syndrom)
  • Angst- und Zwangserkrankungen
  • psychosomatische Erkrankungen
  • organisch bedingte psychische Störungen im höheren Lebensalter

Aufnahme

Die Aufnahme erfolgt nach einem ausführlichen Vorgespräch, das dem gegenseitigen Kennenlernen sowie dem Einschätzen der Behandlungsbedürftigkeit, der Absprachefähigkeit und der individuellen Zielsetzung dient.

Therapie

Neben medizinischer Versorgung und Krisenintervention beinhaltet das Therapie-Konzept beziehungsorientierte, individuelle Verfahren zur körperlichen, psychischen und sozialen Stabilisierung. Die Therapie wird ausführlich mit den Patienten besprochen und auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten jedes Einzelnen abgestimmt.

Ein verbindlicher therapeutischer Wochenplan strukturiert sowohl den einzelnen Tag als auch die gesamte Dauer des Aufenthalts, die in der Regel ca. acht Wochen beträgt.

Wesentliche Therapieziele sind die Zunahme der Handlungsfähigkeit und (Rück-)Übernahme von Eigenverantwortung. Die Therapie vereint Gruppen- und Einzelpsychotherapie, Beschäftigungs-, Bewegungs- und Körpertherapie, Entspannungsgruppen, Konzentrations- und soziales Kompetenztraining, sozio- und milieutherapeutische Behandlungselemente (z. B. Kochgruppen, Außenaktivitäten) sowie Pharmakotherapie.

Beratung und Begleitung bei sozialer und beruflicher Integration, gegebenenfalls Haus- und Arbeitsplatzbesuche sowie Gespräche mit Angehörigen und anderen Bezugspersonen vervollständigen das therapeutische Angebot.

Perspektive

Zum Aufnahmezeitpunkt werden gemeinsam mit den Patienten eine Zielplanung und der voraussichtliche Entlassungstermin festgelegt.

Prozessabhängig ergibt sich unter Umständen die Notwendigkeit einer Behandlungsverlängerung um maximal vier Wochen.

Zur Entlassungsvorbereitung gehören die berufliche Perspektivklärung, die Einschätzung der individuellen Lebenssituation der Patienten und gegebenenfalls die Anbahnung weiterer Behandlungsschritte (ambulante Psychotherapie, berufliche Rehabilitation u. a.).

Unsere Tageskliniken: