„Aktion T4“

Während der sogenannten „Aktion T4” wurden 1940 bis 1941 über 70.000 Anstaltspatienten in sechs zentralen Tötungsanstalten in Deutschland umgebracht. Mindestens 2.000 dieser Patienten kamen aus niedersächsischen Anstalten.

Die Patienten aus Norddeutschland, also auch die rund 481 Lüneburger Patienten, wurden vor allem in die Anstalten Hadamar und Pirna-Sonnenstein gebracht und dort getötet. In Niedersachsen war Lüneburg die „planwirtschaftliche Anstalt“ mit der höchsten Zahl an Verlegungen nach Hadamar. Es gab eine hohe Mitmachbereitschaft in der Anstaltsleitung, der Ärztliche Direktor Max Bräuner unterstützte die „Aktion T4” vorbehaltlos. Überlebende der im Rahmen der „Aktion T4” abtransportierten Patienten waren die Ausnahme. Üblich war es, die Transporte zu Tarnungszwecken zunächst in eine Durchgangsanstalt wie Herborn, Eichberg, Großschweidnitz, Idstein, Waldheim oder Weilmünster zu verlegen.

Das Schicksal der Opfer der „Aktion T4” ist oft nur schwer nachzuvollziehen. In Einzelfällen geben Patientenakten und andere Dokumente einen Einblick.