Kleine Alltagswechsel, wichtige Vorsorge

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Gruppe von Pflegekräften und Klinikumsmitarbeitern hält Schilder hoch: Tipps zur Prävention von Demenz

Lüneburg, 2. September 2026 – Haben Sie schon einmal mit der linken Hand die Zähne geputzt? Sind Sie im Supermarkt entgegen der gewohnten Einkaufsrichtung gegangen und haben Ihre Einkaufsliste vielleicht sogar bewusst zu Hause gelassen? „Schon kleine Veränderungen im Alltag können das Gehirn herausfordern“, erklärt Steffi Wiards, Neuropsychologin in der Geriatrie des Klinikums. Sie ist eine von vielen Aktiven in Lüneburg, die schon jetzt den Weltalzheimertag am 21. September vorbereiten.

„Prävention ist dabei ein wichtiges Thema. Forscherinnen und Forscher haben Risikofaktoren gefunden, die sich beeinflussen lassen. Studien zufolge kann das das Demenzrisiko deutlich senken“, so Prof. Waltraud Pfeilschifter, Chefärztin der Neurologie. Dazu gehörten zum Beispiel Bewegung, soziale Kontakte und geistige Aktivität, aber auch die Behandlung von Seh- und Hörproblemen. Auch Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte zu behandeln, sei wichtig.

Aber auch die mentale Beweglichkeit könne sich positiv auswirken.Sie können zur Vorsorge zum Beispiel komplexe Worte rückwärts buchstabieren oder kleine Rechenaufgaben lösen“, erklärt Steffi Wiards. Wer mehr wissen möchte, ist am Montag, 21. September, um 14 Uhr in den Hörsaal des Klinikums Lüneburg eingeladen: Dort geht es neben Prävention auch um Diagnostik, medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote für Angehörige. „Das alles bei Kaffee und Kuchen, das organisieren wir für unsere Besucher“, freut sich die Pflegerische Leitung der Memory-Station, Diana Schnitzer, schon jetzt auf die Veranstaltung.

Dass es nie zu früh ist, sich mit Demenzerkrankungen auseinander zu setzen, zeigt das Motto des diesjährigen Weltalzheimertages: „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. Tatsächlich sind die meisten Menschen mit Demenz über 65 Jahre alt, doch Demenzerkrankungen können auch in jüngeren Jahren auftreten. In Stadt und Landkreis Lüneburg leben schätzungsweise rund 3.000 Erkrankte in allen Krankheitsstadien, deutschlandweit geht die Alzheimer Gesellschaft von 1,8 Millionen Menschen aus. „Viele Angehörige tragen im Alltag viel mit – umso wichtiger ist es, früh zu wissen, welche Anlaufstellen und Entlastungsangebote es gibt“, sagt Diana Schnitzer.

Die Veranstaltung ist eine Initiative des Netzwerk Demenz Lüneburg, zu dem viele weitere Akteure aus Stadt und Landkreis gehören, darunter die Psychiatrische Klinik, der Seniorenbeirat, der Senioren- und Pflegestützpunkt, die Alzheimer Gesellschaft Lüneburg und die Lüneburger Alterslotsen. Die Woche der Demenz legt sich als Aktionswoche um den Welt-Alzheimertag am 21. September.