10.09.2021

Video über die Sanierung des Alten Gärtnerhauses und andere spannende Einblicke vor Ort zum Tag des offenen Denkmals am 12. September

Presseinformation der Hansestadt Lüneburg

Einmal im Jahr ermöglicht der bundesweite Tag des offenen Denkmals Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke hinter die Fassaden. Auch die Hansestadt Lüneburg beteiligt sich wieder an dem Aktionstag am kommenden Sonntag, 12. September 2021.

Cornelia Abheiden, Denkmalpflegerin bei der Hansestadt Lüneburg, freut sich, dass der Tag in diesem Jahr wieder stattfinden kann: „Wir haben eine Fülle vielfältiger und spannender Denkmäler in Lüneburg. Da pandemiebedingt noch nicht überall wieder Einblicke vor Ort möglich sind, haben wir uns in diesem Jahr entschieden, zusätzlich zu den angebotenen Führungen einen kurzen Filmbeitrag über das „Alte Gärtnerhaus“ bereitzustellen.“

Das „Alte Gärtnerhaus“ auf dem Gelände der heutigen Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL) ist im Jahr 1832 errichtet worden. Es war die erste königliche Baumschule der Provinz Hannover. Das Gebäude wurde erst 70 Jahre später Teil der damaligen Heil- und Pflegeanstalt. Das heutige Denkmal ist aus 4000 Klostersteinen entstanden, die bis 1831 Teil des Turms der St.-Nicolai-Kirche waren. Das Fachwerkhaus wurde bis in die 1980er Jahre als Wohnhaus genutzt, seit dem 30. August 2020 ist es Bildungszentrum der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg.

Dr. Carola Rudnick, Leiterin der Gedenkstätte und Architekt Henryk Reimers haben die Konzeption dafür entwickelt, ab 2016 begann nach drei Jahrzehnten Leerstand die aufwändige Sanierung, die unter anderem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert worden ist. „Dieses Denkmal ist für uns mit dem Umbau und der Neunutzung zu einem aktiven Erinnerungsraum geworden. Hier können sich Besucherinnen und Besucher mit der Geschichte, aber auch ganz praxisnah mit Menschen- und Kinderrechten sowie aktuellen Fragen der medizinischen Versorgung und Behindertenarbeit beschäftigen, recherchieren und forschen“, erläutert Rudnick.

Das Video ist auf der städtischen Internetseite unter www.hansestadtlueneburg.de/denkmaltag2021 abrufbar.

Dr. Carola Rudnick, Leiterin der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg, und Architekt Henryk Reimers haben das Alte Gärtnerhaus auf dem Gelände der PKL zu neuem Leben erweckt. (Foto: Andreas Tamme für die Hansestadt Lüneburg)

Neben dem digitalen Angebot wird es am Sonntag, 12. September, auch verschiedene Veranstaltungen vor Ort für interessierte Besucherinnen und Besucher geben:

Alles echt im Lüneburger Stadtbild?
Führung: Professor Dr. Edgar Ring
11 Uhr
Beginn Am Berge 35 (Eingang Brömsehaus), 21335 Lüneburg

Ist alles echt, was wir sehen? Ist alles original? Wie viel Sein & Schein begegnet uns in der Architektur der Hansestadt Lüneburg? Ein Stadtrundgang soll Aufklärung bringen, zum Nachdenken anregen und Verwunderung erregen, da häufig Sein eher Schein ist.

Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Anmeldung über www.denkmalschutz.de/anmeldung.

Sein und Widerschein in Architektur und Kunstwerken von St. Johannis
Führung: Hiltrud Gutowski und Ingelies Teichert
11.15 Uhr und 14 Uhr
Beginn in der Eingangshalle der St.Johanniskirche, Bei der St. Johanniskirche 1, 21335 Lüneburg

Als Abglanz oder Widerschein des „Himmlischen Jerusalem“ (Apokalypse 21) wurde auch die Johanniskirche in der Gotik gebaut. Vor allem unter dem leicht abgewandelten Motto: „Sein und Widerschein“ zeigen wir den Kirchenraum und ausgewählte Ausstattungsgegenstände.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt, bei Bedarf zwei parallele Führungen. Anmeldung über www.denkmalschutz.de/anmeldung.

Information über die Arbeit der Stiftung zum Tag des offenen Denkmals an einem Infotisch in der Halle des Brömsehauses
10 bis 18 Uhr
Am Berge 35, 21335 Lüneburg

Das Brömsehaus ist eines der ältesten und bedeutendsten Baudenkmale Lüneburgs mit hochwertiger Innenausstattung wie Barocktreppe und prächtiger Deckenbemalung, durch Sülfmeisterfamilie Brömse Anfang des 15. Jahrhunderts als Dielenhaus erbaut, heute Nutzung durch das Deutsch-Baltische Kulturwerk unter anderem mit Archiv und Bibliothek mit umfangreichen Beständen. Gegebenenfalls werden während der Informationszeit Führungen durch den unteren Bereich des Brömsehauses durchgeführt.

Die Besucherzahl ist auf 50 beschränkt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Tag des offenen Denkmals im Ostpreußischen Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung und im Brauereimuseum
Heiligengeiststraße 38, 21335 Lüneburg

Kostenlose Führungen für Besucherinnen und Besucher:

  • 11 Uhr: Die neue Heimat: Vertrieben und Angekommen in Lüneburg
  • 13 Uhr: Die Lüneburger Kronbrauerei und ihre Geschichte
  • 15 Uhr: Die Hanse im Ostseeraum und ihre Verbindungen zu Lüneburg

Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Corona-Pandemie für alle Führungen begrenzt und eine Anmeldung unter 04131 759950 oder info@ol-lg.de erforderlich. Während der gesamten Führung ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Veranstaltungen des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt (ALA):

Fachwerkspeicher
11 bis 17 Uhr
Am Iflock 4, 21335 Lüneburg

Einer der ältesten Fachwerkspeicher der Region. Der Speicher wurde auf 1475 datiert. 1992 ist er ohne Dämm-Maßnahmen und ohne neue Einbauten restauriert worden, die wichtige Konstruktionsmerkmale verdeckt hätten. So bleibt dem Speicher die Funktion, für die er errichtet wurde und die er über 500 Jahre inne hatte erhalten. Heute ist er ein Lager für alte Baumaterialien, z. B. Türen.

Vor dem Gebäude können mittelalterliche Kinderspiele ausprobiert werden.

Kapitelsaal des Michaelisklosters
Besichtigungen: 12, 14 und 16 Uhr
Michaeliskirche, Eingang rechts neben der Unterkirche

Der Kapitelsaal des ehemaligen St. Michaelisklosters wird heute als Sitzungssaal, Veranstaltungsraum und für private Feiern genutzt. Er ist der einzige fast noch im Original erhalten Raum der einst großen Klosteranlage am Fuß der Michaeliskirche. Im ehemaligen Kapitelsaal und der angrenzenden Ruine wird das alte Kloster wiederbelebt und der Alltag der Benediktinermönche gezeigt.